14. Dezember, 2007

Der Hollywood-Streik - Konsequenzen für den Zuschauer

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Gedanken sind auch nur eine Ware

In dem Lied “Gedanken sind frei” ist der beglückende Moment, dass niemand die Gedanken eines anderen erfassen und erjagen kann. Bücher, Lieder und andere Kreative Elemente sind so beunruhigend beruhigend immateriell. Anders als Häuser, Autos und Schmuck entziehen sie sich der feilschenden Hand. Und doch gibt es Buchmessen, Filmlizenzdeals und auch Streiks. Die ruhmreiche Autorengilde der Traumfabrik Hollywood ist zickig - sie will mehr Geld. Andernfalls wird das Schreiben eingestellt. 8 Cent pro verkauftes Medium wollen sie mehr, 4 bekommen sie derzeit und die Produzenten verweisen auf das nahende Hungertuch. Steigende Produktionskosten lassen die Verdopplung der Denkrendite nicht zu und so gibt es nur eine Lösung: Denkstreik.

Der Streik wurde im November angeleiert. Was hat das nun für Konsequenzen für den Konsumenten?

Wenn der geistige Rohstoff ausgeht, dann stehen die Filmräder still. Über kurz oder lang. So geschehen bei den “Desperate Housewives”. Eigentlich alle Serien sind betroffen. Tatsächlich braucht man auch Schreiber, die während des Produktionsprozesses für aktuelle Texte sorgen. Hier müssen Fans ab jetzt darben. Und die Werbekunden. Wenn die Pipe leer ist, laufen eben alte Kammellen auf dem Schirm. Statt verzweifelten Hausfrauen trösten alte Dallas Folgen oder schrecken eher ab. Man Anfang allen Kommerzes und am Anfang einer jeden Seifenoper steht das Wort. Und die Wörter sind derzeit noch bei den Schreiberlingen. Und niemand kann sie derzeit fassen.

Einen guten Aspekt haben Streiks, der Konsument merkt, was andere Arbeiten. Eigentlich sollte jede Woche eine neue Berufsgruppe streiken, nicht wegen des schnöden Mammons, sondern um zu Wissen, wo sie fehlt. Und aus diesem Mangel lassen sich herrliche Geschichten stricken, XMAS without TV, No Stairway to Hollywood, …. und plötzlich letzte Folge der Hausfrauen. Wahrscheinlich schreiben die Hollywooddichter schon längst dran, verkauft wird aber erst zum neuen Tarif. Die kreative Phase des Streikens sollte ja schon mit im Preis berücksichtigt sein.

Die Gehälter der Filmdenker sind übrigens schon jetzt so exorbitant, dass kein Auge trocken bleiben mag, weniger wegen der geringen Höhe. Die Seifenopernshakespeares Hollywoods bieten kein Bild des Jammers, der morgen verhungert. Natürlich sind die Betriebskosten hoch, niemand schreibt über Gucci oder Prada denn er trägt selbiges.

Die über die man nicht berichtet sind die Zuarbeiter, die, die dafür sorgen, dass andere im Licht stehen. Die Beleuchter, die Kulissenbauer, die Köche. Ohne Wörter bleiben ihre Konten leer. Auch hier gibt’s sicherlich die ein oder andere schöne Geschichte. Vielleicht wird ja sogar eine dieser Bühnenratten zum exzellenten Traumkoch. Wobei, diese Geschichte habe ich erst letztens gesehen, vor der Denkblockade.

Eine Gruppe sollte dann streiken: die Zuschauer. Kein Internetshopping, keine Anrufe bei Teleshopping. Kein bunter Traum. Aber da sei man Ohne Sorge, die Housewives kehren zurück und nehmen die 4 Cent mit. Vielleicht auch 64, man bedenke und das haben die Vorträumer ja auch bedacht, es kommen neue Medien und die Traumwäscherei wird mindestens “High Definiton 3D”. Und 4 * 4* 4 sind 64 Cent. 64 Cent mehr für einen neuen Traum, das ist schon ein Geschäft.

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