06. Januar, 2008

Chinas weiter Weg zur offenen Gesellschaft - Chinas Probleme mit I am Legend

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China war eine geschlossene Gesellschaft, eine Gesellschaft die wusste, was Wahrheit bedeutet. Wie in vielen geschlossenen Gesellschaften war westlicher Lebensstil verpönt. Zum westlichen, sogenannten dekadentem Lebensstil verstand man all das was in den merikanischen Medien veröffentlicht wurde. Maos kleines rotes Büchlein sollte dem Volk genügen. Heute erscheinen in China schon Filme vom ehemaligen Klassenfeind und dem Volksverderber. Der gelbe Riese wird offener, das ist natürlich auch eine Folge von dem gestiegenen Bildungsstand Chinas. Der Pekinger heute kann sich schon etwas unter dem American Way of Live vorstellen, man kennt das Internet und Filme komplett aus den Kinos zu verbannen würde zum Einen den Binnendruck im Lande massiv steigen lassen als auch die wirtschaftliche Weiterentwicklung bremsen. Mit dem Entertainment ist es wie mit dem Internet, würde man es komplett sperren, fehlen den Menschen notwendige Informationen, lässt man es komplett frei, dann würde sich die Regierung in Peking obsolet machen.

Die Zensur existiert nach wie vor in China. Die Partei will an der Macht bleiben, die Parlamentarier haben Ideale und Pfründe. Gerade jetzt ist der Film von Will Smith „I am Legend“ nicht zur Aufführung zugelassen worden. Es gibt sogar ein dreimonatiges Moratorium für amerikanische Filme. Der Trick bei den chinesischen Bürokraten ist, Filme außerhalb von Ferienzeiten zuzulassen. Amerika als Hauptförderer der Entwicklung Chinas – China hat trotz seines Wirtschaftswachstums immer noch den Meistbegünstigten Status in den USA – soll auf der einen Seite nicht gekränkt werden, der Reiz nach neuen Traumstoffen genährt werden ohne aber daraus Megatrends zu züchten. Gleichzeitig haben amerikanische Filme für viele Länder durch ihren Drive Anziehungskraft. Auch andere Länder außerhalb der kommunistischen Wendepunktes fördern einheimische Filme und regulieren den Einfluss amerikanischer Spielfilme. Man denke an Vergnügungssteuerabgaben auf amerikanische Kitschfilme. Trotzdem hat die chinesische Zensur ausgeübt hier von einer zentralen Behörde, die Aufführungsrechte erteilt oder verweigert, eine andere Qualität als in europäisch, demokratische orientierten Gesellschaften.

Um Gründe für eine Verweigerung eines Aufführungsverbotes oder einer temporären Nichtgenehmigung zu ergründen, muss man in China Mutmaßungen anstellen. Direkt zu Fragen bringt in einer geschlossenen Gesellschaft wenig. Die Gründer können in einem Marktprotektionismus liegen, man möchte die eigenen Filme pushen. In Europa geschieht das eben über Geld, problematische Filme werden nicht von den Verleihfirmen angenommen. Der Grund kann aber auch im ideologischen liegen. Ein Heldenepos oder zu viel „American Way of Live“ passt nicht in das Denkmodell.

Die Reaktion von den Filmemachern könnte sein, dass man spezielle abgespeckte Varianten nach China schickt. Küssen verboten, aufrichtiges Sterben erlaubt. Google hat die Technik fürs Internet geliefert, interessante Ergebnisse werden geliefert, wenn man in China nach dem Platz des himmlischen Friedens googelt.

Was Küssen und Sex angeht, Bush könnte die chinesischen Varianten der amerikanischen Filme mögen. Vielleicht verstehen sich Amerika und China deswegen derzeit auch so gut, trotz unterschiedlicher Ausgangslagen.

Es gibt viele Form von Zensur, die kniffligste und hinterhältigste Zensur ist die Fälschung. Manche Aussagen der Filmbosse lassen den Schluss zu, dass sie, damit der Film gezeigt werden kann, den Film auch ändern werden. Wenn man ihn nicht sehen kann, weiß man was einem fehlt. Bei einer verfälschten Quelle hat man noch nicht einmal dieses Wissen.

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